Merkmale und Aufbau von Märchen Teil I


Merkmale und Aufbau von Märchen und Geschichten
Anhand der: „7 Urbilder des Märchens“
Teil I

Merkmale und Aufbau von Märchen und Geschichten sind einzigartig und mit großem Wiedererkennungswert. Durch ihre phantasiereichen und doch oft lebensnahen Märchenbildern, möchten Kinder aber auch Erwachsene immer wieder Märchen hören, die liebsten Geschichten gerne auch immer und immer wieder. Märchen und Geschichten haben oft einen klaren Aufbau und Verlauf, von diesem kann man sich für das eigene Märchen inspirieren lassen.

Aufbau von Märchen
Der Anfang:
1. Der königliche Ursprung

Das Märchen beginnt zu erzählen und lässt dadurch den Zuhörer bzw. Leser in eine andere Welt eintauchen.

Dies macht das Märchen meist mit Worten wie:
„Es war einmal vor längst vergangener Zeit, da lebte einst …“,
„Zu Zeiten wo das Wünschen noch geholfen hat …“
„Ein König und eine Königin, die konnten keine Kinder bekommen …“

Der Anfang eines Märchens,
nennen wir im Rahmen der „7 Urbilder des Märchens“:
Der königliche Ursprung. Ein gutes Beispiel bietet dafür das Märchen:

Die Goldene Kugel

„Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten sich von Herzen lieb und sie lebten zusammen im Goldenen Schloss.
Und da sie sich so sehr liebten, wünschten sie sich sehnlichst ein Kind – und das kam auch. Und der König und die Königin freuten sich über alle Maßen.
Sie ließen das Kind wachsen und gedeihen und umsorgten es mit großer Sorgfalt und Liebe.

Es war eine große Wonne, das Kind anzusehen, aber auch zu sehen, wie Eltern und Kind miteinander umgingen.

Als das Kind schon größer war, laufen konnte und da herumspielte, schenkten eines Tages der König und die Königin ihrem Kinde eine Goldene Kugel … „

von Jean Ringenwald

Nur in wenigen Märchen wird der harmonische Anfang ausführlich geschildert, wie zum Beispiel ein Prinz oder eine Prinzessin die wohlbehütet im Schloss bei ihren Eltern groß werden. 
Oft springen die meisten Märchen gleich zum 2. Urbild.

2. Die Trennung und die Verbindung.
Das Wirken der Polarität und der Dualität.

Die Trennung im Märchen ist der Prozess, wo der Märchenheld in die Welt zieht oder ziehen muss. Dies ist oft mit viel Schmerz und Leid verbunden. Oft kommt die Märchenfigur an dieser Stelle an einen Platz, wo dieser keinen Ausweg mehr findet. Dies kann im Märchen ein „finsterer Wald“ sein, oder ein „Felsengebirge“. Diese Bilder sollen die Hilflosigkeit und Verzweiflung schildern.

Doch wenn der finsterste Teil des Waldes erreicht ist und oder die Verzweiflung am größten, so kommen wir zum 3. Urbild.

3. Die Herzens-Prüfung
und die Begegnung mit dem Helfer.

Der Helfer kommt genau im richtigen Moment, um den Märchen eine Kehrtwende und neue Hoffnung zu geben. Doch vorher gibt es noch die Herzens-Prüfung, nimmt der Held den Helfer war, findet er in seiner Verzweiflung zur Ruhe, oder hilft er, wenn seine Hilfe gefordert ist?
Oft ist der Helfer eine ganz besondere Figur: ein altes Mütterchen, ein kleines Männlein oder gar der Mond … Diese haben nun für die Hauptfigur den passenden Ratschlag, Platz zum Übernachten, Essen und Trinken, Ausweg aus der Verirrung oder das passende Wunsch-Werkzeug, dass der Märchenheld später im Märchen noch brauchen wird. Mit neuem Mut kann nun der Märchenheld in die Welt ziehen. Denn dort wartet bereits seine Aufgabe auf ihn:

4. Der Kampf und der Sieg.
Die Verwandlung und die Verwirklichung.

Nicht irgendeine Aufgabe wartet, sondern die Aufgabe, die die ganze Märchenwelt um das Märchen bewegt. Die entführte Königstochter, der kranke König den es gilt zu heilen oder der Feind der besiegt werden muss …
Oft muss der Märchenheld sogar drei Aufgaben erfüllen, die meistens sogar auf Leben und Tod gehen, um die Braut oder den Bräutigam zu befreien.

Hier geht es zu den drei restlichen Urbildern: Teil II

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